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" GOTT & PAPAGEI "

Das Kunstwerk „GOTT & PAPAGEI“ von BILLI METHE zeigt mehrere Motive in naturferner Darstellung mit Acryl auf einer Holzkiste gemalt. Die Arbeit ist von einer gewissen KÜNSTLICHKEIT in der Anmutung. Das Trägermaterial HOLZ in der Verwendung mit dem Malmedium GOLD erzeugt starke SPANNUNGEN. Mit einer jeweiliger Ausleuchtung ergeben sich schlichte oder prunkvolle Farbakzente.

 

Die abstrahiert gemalten Motive sprechen mehr als den SEHSINN an. Eines der beiden Motive ist ein PAPAGEI, er ist Stellvertreter für die Beziehung MENSCH - NATUR - RATIO - INTENTION. Der Papagei, mit seinem nie nass werdenden Gefieder was an die JUNGFRÄULICHKEIT anknüpft, kann unsere SPRACHE nachahmen ohne den INHALT zu BEGREIFEN. Im Werk sitzt er neben einer stilisierten VASE gefüllt mit ebenso stilisierten BLUMEN. Das erzählt von einer entkoppelten, künstlichen Welt in welcher wir zunehmend leben müssen. Dies wird untermauert indem der PPAPAGEI der Vase den Rücken zuwendet und seinen BLICK nach links in die Tiefen des KOSMOS, diesen ENDLOS schwarzen Raum voller Sterne, schweifen lässt.

 

Diese Arbeit von BILLI METHE mag auf den ersten Blick bunt, ohne tieferen Sinn, ohne Motiv und Informationen für uns erscheinen. Doch das ist bereits die erste Information. Bunt, SINNLOS, Oberflächlich, KONSTRUIERT, Künstlich, Pink, Kitschig, Laut, Anstrengend, Überladen. Doch ganz unbewusst versuchen Auge und Gehirn eine Extraktion relevanter INFORMATIONEN im Bild auszumachen. Die Erkennung von Elementen und deren INTERPRETATION erfolgt durch Abgleich mit den eigen ERINNERUNGEN. Somit geht die visuelle WAHRNEHMUNG des Werks über das reine Aufnehmen von Information hinaus. Dabei offenbaren sich die Motive erst auf den vierten, fünften Blick und für manch einen vielleicht auch nie. Was wir im Bild wahrnehmen hängt von unserem Innersten ab. Also wahllose FORMEN und FARBEN, oder lässt sich doch etwas im vorher herrschendem CHAOS ausmachen?

 

So schauen wir auf eine bunte Holzkiste während der PAPAGEI auf ihr, in den endlos schwarzen Raum blickt. Dort in den Tiefen stößt ein glänzendes sehr spitz zulaufendes DREIECK empor. Man könnte es als leuchtende Kathedrale, als göttliches SYMBOL im ewig dunklen Raum deuten. Warum? Weil alles an einem Dreieck GÖTTLICH ist.

 

Doch wo verbergen sich die restlichen Motive? Die Arbeiten von BILLI METHE haben oft kein oben oder unten, ganz so wie im WELTALL. Also stellen wir das Werk auf den Kopf und das Spiel kann von vorne losgehen. Hat man das Werk umgedreht so entscheidet man sich für die Darstellung eines allmächtigen Gottes der die Welten überwacht, RECHT und ORDNUNG spricht, eine Welt in der es kein Chaos gibt in der GOTT das Schicksal für die Menschen bestimmt, eine Welt in der die Menschen durch RELIGION Entlastung erfahren. In dieser Welt muß kein Mensch sich in endlosen Gedanken verlieren. Ein GOTT mit Augen die Blitze aussenden wenn es Angst braucht um die Massen zu lenken und einen liebevollen, rauschenden, großväterlichen Bart der alles und Jeden verzaubert mit seinen Märchen. Ein ewiger Kreislauf aus ANGST und VERZAUBERUNG.

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